von Johann Nestroy
Das Mündel des Fabrikanten Finster ist unsterblich in einen Schauspieler verliebt und will diesen – und nur diesen heiraten. Es versteht sich, dass der wohlhabende Vormund von der Verbindung gar nichts hält und mit dem Mädchen finanzkräftigere Heiratspläne verfolgt. Fluchtpläne werden geschmiedet, doch der Vormund reist mit seinem Mündel nach Braunau ab. Im Gasthaus, in dem man Quartier nimmt, befindet sich ebenfalls ein unglückliches Liebespaar, denn die Wirtstochter soll standesgemäß verheiratet werden, während sie aber den Kellner liebt.
Der Schauspieler sowie sein Freund und Kollege reisen unverzüglich nach und hintertreiben die Heiratsstrategie von Vormund und Wirt, indem sie eine wilde Verwechslungssituation inszenieren und das Geschehen völlig auf den Kopf stellen.
Die Posse in klassischer Nestroymanier unterhält sein Publikum mit einem Furioso an komischen Momenten und brillantem Wortwitz, nicht ohne Tiefgang.
Wiener Neustädter Comedienbande
Regie: DAGMAR LEITNER

Die in der 2. Hälfte des 17. Jahrhunderts errichtete Kirche der Karmelitinnen wurde nach der Profanierung unter Kaiser Josef II. als Theater adaptiert und ist seit 1794 als Stadttheater in Verwendung.
Die bewegte Geschichte des Hauses in der Herzog Leopold-Straße erlebte mehrere Zusammenlegungen mit anderen Bühnen, um wirtschaftlich überleben zu können. Das Stadttheater blieb auch nicht von Skandalen, wie etwa bei der Aufführung von Arthur Schnitzlers „Professor Bernhardi“ im Jahre 1919, verschont.
Dass dieses Theater stets ein großes Anliegen und ein Prestigeobjekt der jeweiligen Stadtverwaltung gewesen ist, beweist die Tatsache, dass es nach dem großen Brand im September 1834 ebenso wie nach der völligen Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg sofort wieder aufgebaut und bespielt wurde.
Im Stadttheater Wiener Neustadt gastierten u.a. Alexander Girardi, Johann Nepomuk Nestroy, die legendäre Adele Sandrock, Atilla Hörbiger und Oscar Homolka (letzterer spielte mit Marylin Monroe in „Das verflixte siebente Jahr“ und mit Michael Caine in „Begräbnis in Berlin“).
Heute werden im Stadttheater neben Operetten-, Schauspiel- und Konzertzyklen auch Kinder-theaterstücke und seit vielen Jahren Kabarett-Veranstaltungen aufgeführt.